Der Mensch stammt mit den Affen (vor allem Bonobos und Chimpansen) von gemeinsamen genetischen Vorgängern ab (die ausgestorben sind). Über Millionen von Jahren hat die Evolution den Menschen gut an die Umgebung des Urwalds und der Steppe angepaßt: Aus Sicht des Menschen "endlose Weiten" und für uns Jäger und Sammler aus der Steinzeit "unendliche Ressourcen" denn sehr sehr lange lebten viel weniger als 500 Millionen Menschen gleichzeitig auf der Erde.: 500 Millionen waren wir zur Beginn der Industrialisierung.
Diese durch die Evolution aufgeprägten intuitiven Verhaltensweisen beschreiben zwar noch lange nicht das Verhalten des heutigen Menschen, bestimmte Tendenzen lassen sich jedoch nachweisen und auch nicht durch den "Überbau der Kultur" verändern, sprich: Wir müssen damit leben lernen.
So hat die Evolution dafür gesorgt daß wir sehr gut in Kleingruppen funktionieren: Solange jeder jeden kennt ist die Übernahme und Verteilung von Verantwortung gesichert: Wer einen Fehler gemacht hat ist mehr oder weniger mit den Konsequenzen konfrontiert und muß auf Wohlwollen oder Hilfe der Gruppe hoffen. Was ein Fehler ist berät und entscheidet die Kleingruppe, kein Einzelner denn das Funktionieren einer Gruppe ist in einer Welt umgeben von wilden Tieren lebenswichtig. Körpersprache ist da vielleicht noch wichtiger als Sprache, einfach weil sie ältere Schichten aktiviert und nutzt: Unser heutiges - oft auch rein in geschriebener Sprache beheimatetes - Bildschirm-Leben geht über diesen Fundus hinweg.
Wir leben erst seit kurzem (10.000 bis 15.000 Jahren) in seßhaften Kulturen, die völlig andere Anfiorderungen am den Steinzeitmenschen stellen: Es muß Getreide für den Winter eingelagert werden, Land muß vor Tieren und anderen Hominiden geschützt werden, es entsteht ein gewisser Bedarf an, Gewalt, Gerechtigkeit und Buchhaltung, verbunden mit eienr vorher nie gekannten Idee von Eigentum und Abrechung.
Unsere - durch viele wissenschaftliche Erkenntnis unermauerte - Position ist, daß auch der moderne Mensch mit den Anforderungen nicht mehr Schritt halten kann:
- Intuitive Anarchie: Wir fügen uns sehr ungern in ein Regelwerk, kritisieren gerne "die oberen" oder "die anderen" und versuchen, vor uns her zu leben und durch "Ausstieg" aus den Zwängen glücklich zu sein.
- Das "schöne Leben im Privaten" scheint uns eine vernünftige Strategie, obwohl heute kein Mensch vollständig "aus der Gesellschaft austeigen" kann - oder wenn, dann mit deutlich reduzierter Lebenserwartung. Heute "gibt es kein richtiges Leben im Falschen":
- Eine ständige Grundwachsamkeit und "Nervosität" oder Umsicht war zur Steinzeit sicher oft überlebenswichtig. Heute drücken sich diese Tendenzen vielleicht in "Überaktiviät", ADHD usw. aus. Wir ignorieren hier nicht das Krankheitsbild "ADHS", weisen aber darauf hin daß auch evolutionsgeschichtliche Zusammenhänge hier wirken können.
- Wenn es ein Problem gab, teilte sich eien Gruppe auf und ein Teil zog in den nächsten Wald.
- Ressourcen waren nie knapp.
- Vielleicht ist es eine gute Strategie für eine Kleingruppe, ein oder mehrere - bisher in der Regel männliche - Vorherrscher zu haben. In einer modernen Welt wo niemand mehr alle kennen kann geschwige denn die Vielfakt der Lebensumstände und Bedarfe funktioniert dieses intuitive Modell nicht mehr.
- Der Mensch setzt intuitiv unendliche Ressourcen voraus, weil es eine Millionen Jahr genau so war!